Care Arbeit: Systemrelevant und Fundament unserer Gesellschaft

"Woher die mentalen Belastungen von Müttern kommen? Die Ursachen sind vielfältig, lassen sich aber in einem Satz zusammenfassen: Wir leben noch immer im Patriarchat." (Mareice Kaiser).
Dieses Zitat ist ein Jahr alt und hat angesichts der unsichtbaren Familienarbeit von Frauen während des Corona-Lockdowns noch einmal an besonderer Brisanz gewonnen.

person screaming

Über acht Wochen Homeschooling, Kinderbetreuung und Homeoffice bzw. Erwerbsarbeit in einem systemrelevanten Beruf: Viele Menschen in Deutschland haben eine aufreibende Zeit hinter sich. Oftmals waren es Frauen, die den Spagat zwischen Kind(ern), Arbeit und Hausarbeit in Zeiten des Corona-Lockdowns auf sich genommen haben, während sich Männer auch in dieser Ausnahmesituation verstärkt der Erwerbsarbeit widmeten.

2016 riefen Almut Schnerring und Sascha Verlan den Equal Care Day ins Leben. Der bundesweite Aktionstag macht auf die ungleiche Verteilung und mangelnde Wertschätzung von Care Arbeit im professionellen und privaten Bereich aufmerksam  und findet immer am 29. Februar - also alle vier Jahre - statt. Entstanden ist das EQUAL CARE Manifest, das auffordert, Care Arbeit und Wirtschaft gerade vor dem Hintergrund der Corona-Krise und der ungleichen Care-Erfahrungen neu zu denken und zu leben.

Doch auch vor Corona war Care Arbeit vor allem Frauensache. Bereits im vergangenen Jahr entstand auf einer unserer Veranstaltungen zur unsichtbaren Familienarbeit das folgende Video. Mit der Journalistin und Autorin Mareice Kaiser, die sich bereits seit langem mit der Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie gleichberechtigter Sorgearbeit beschäftigt und u.a. mit dem Hashtag #coronaeltern auf die besondere Belastung von Familien in Corona-Zeiten aufmerksam machte, diskutierten wir über Gründe der zunehmenden Erschöpfung von Müttern und mögliche Wege daraus.

Wer trägt bei Euch den Mental Load?
Macht hier einen Selbsttest!