Tagung

»Frauenfragen sind Männerfragen sind Geschlechterfragen? 40 Jahre Neue Frauenbewegungen. Und jetzt?«

Feminismus ist wieder ein Thema. ‚An allem schuld!’ finden die einen, einen ‚Neuen Feminismus’ propagieren die anderen. Zum Teil wird heftig darüber gestritten, was die Neuen Frauenbewegungen (nicht oder falsch) gemacht haben. Es gibt wenig Wissen darüber, was sie gewollt und erreicht haben, und mit welchen Strategien sie ihre Ziele verfolgt haben. Was haben Männer mit und aus den Bewegungen gemacht? Wie sehen sie und die jungen und älteren Frauen heute die Ergebnisse und Auswirkungen?
Im Mittelpunkt der Tagung standen Fragen nach Innovationskraft und Selbstreflexivität der Neuen Frauenbewegungen und nach ihren Wirkungen in Gesellschaft, Wirtschaft und Politik. Dazu gehörten auch geschlechterdialogische Anknüpfungspunkte und Debatten über Zukunftsvisionen der Geschlechterverhältnisse.

Hier finden Sie Beiträge und Ergebnisse der Tagung des Gunda-Werner-Instituts, die in Zusammenarbeit mit der Heinrich-Böll-Stiftung NRW und der Marie-Jahoda-Gastprofessur für internationale Geschlechterforschung an der Ruhr-Universität Bochum stattfand. Programm der Tagung [» PDF]

Konferenzberichte und Kommentare
Berichte: Katrin Köppert, GWI [» PDF] und Katrin Bremer, Ruhr-Universität Bochum [» PDF], siehe auch Blog-Kommentar

Beiträge der Referentinnen und Referenten
  • Margrit Brückner: »Versorgungsarbeit - Who cares? Care und neue Arbeitskonzepte (im Beruf)«
    Die internationale feministische Care Debatte setzt sich aus vielen disziplinären und interdisziplinären Strängen zusammen, die mehr oder weniger leicht zusammenzufügen sind, alle aber das Anliegen haben, Care zu einem öffentlichen Thema zu machen, die gesellschaftliche Bedeutung von Care Tätigkeiten aufzuzeigen und die Anerkennung von Care als gesellschaftlich zu berücksichtigende Aufgabe einzufordern. Der Vortrag skizzierte vier Thesen zu innovativen und reflexiven Momenten der Care-Debatte. Beitrag als [» PDF]
  • Anna Holz: »Entwicklung der EU-Gleichstellungspolitik im Prozess der europäischen Integration«
    40 Jahre Neue Frauenbewegungen haben im Verlauf der europäischen Integration zu einem hohen rechtlichen Standard der EUGleichstellungspolitik in allen Mitgliedstaaten geführt und trotzdem drehen sich bis heute die Diskussionen in den involvierten Kreisen um die selben Themen wie damals. Warum das so ist, was bereits erreicht und was noch unerreicht ist, insbesondere in Hinblick auf die um 10 mittelosteuropäische Staaten erweiterte Union, wurde in dem Vortrag von Anna Holz dargelegt. Beitrag als [» PDF]
  • Karsten Kassner: »Alternative Lebensformen und Alltagssolidarität in der Versorgungsarbeit? Ein Blick auf die (neuen) Väter« PowerPoint-Präsentation als [» PDF]
  • Ralf Lange: »Gender Mainstreaming, Ansatz zur Veränderung von Männlichkeitsdiskursen in Organisationen?«
    In dem Vortrag ging es um die Frage, ob die jeweils aktuelle Form hegemonialer Männlichkeit als Strukturkategorie und Subjektposition in Organisationen durch die Implementierung des Gender Mainstreaming Prinzips tendenziell an Wirkungsmacht und Bedeutungsgehalt einbüßt (was letztlich zu mehr Geschlechtergerechtigkeit und Chancengleichheit führen könnte), oder ob es durch diesen strategischen Ansatz eher zu einer Reproduktion und Festigung hegemonialer Männlichkeitsdiskure in Organisationen kommt. Beitrag als [» PDF]
  • Claudia Neusüß: »Fragen an die junge feministische Generation. Ein Gespräch mit Henriette Knobloch«
    Im Nachgang der Konferenz sprach Claudia Neusüß mit Henriette (Jette) Knoblich, Studentin der Gender Studies an der Humboldt-Universität. Jette absolvierte derzeit ein Praktikum im Büro Dr. Claudia Neusüß - Politikberatung und Projektentwicklung und hat in diesem Rahmen an der Konferenz teilgenommen.
    Beitrag als [» PDF]
  • Dag Schölper: »Innovationen der neuen Frauenbewegungen und Auswirkungen auf unsere gelebte Demokratie?« Welche sozialen und politischen Veränderungen – „Innovationen“ – haben die neuen Frauenbewegungen gebracht? Was für Auswirkungen haben die neuen Frauenbewegungen auf unsere „gelebte“ Demokratie gehabt? Und was haben sie nicht erreicht? Wo können wir anknüpfen? 
    Beitrag als [» PDF]
  • Barbara Stiegler: »Die Frauenbewegung an der Arbeit«
    In dem Vortrag wurden zwei Aspekte des Themas „Frauenbewegung an der Arbeit“ erläutert. Zum einen „Wissenschaftliche Arbeit und Arbeitsbegriff” und zum anderen „Die geschlechterpolitische Strategie des Gender Mainstreaming: Wo stehen wir?”. Beitrag als [» PDF]
  • Wang Zheng: »Global Concepts, Local Practices. Chinese Feminism since the Fourth UN Conference on Women« Beitrag als [» PDF]
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Wir befürworten alle Strategien, die ein hierarchiefreies Zusammenleben von Frauen und Männern ermöglichen und in denen sich auch Männer als Akteure innerhalb vorherrschenden Geschlechterverhältnissen begreifen und reflektieren. Gender Mainstreaming»
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