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Bundestagsdebatte zur UN-Resolution 1325: „Deutschland droht EU-Schlusslicht zu werden“

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Der UN-Sicherheitsrat hatte die UN-Resolution 1325 vor zehn Jahren, am 31. Oktober 2000, einstimmig verabschiedet. Die völkerrechtlich verbindliche Resolution fordert u. a. die verstärkte Einbindung von Frauen auf allen Ebenen von Friedensprozessen. An den wesentlichen Friedensverhandlungen der letzten zehn Jahre waren Frauen jedoch kaum beteiligt, ihr durchschnittlicher Anteil bei Friedensverhandlungen lag bei weniger als acht Prozent.

„Leider hat die Bundesregierung die Umsetzung dieser Resolution bislang weitgehend ignoriert“, kritisiert Barbara Unmüßig. „Damit zeigt sie nicht nur ein antiquiertes Politikverständnis, sondern droht zum Schlusslicht der EU und zum Bremsklotz einer europaweiten Umsetzung zu werden.“ Insgesamt haben bereits zwölf EU-Mitgliedsstaaten Nationale Aktionspläne zur Umsetzung von 1325 verabschiedet - nicht aber Deutschland. Anlässlich des 10. Jahrestages der UN-Resolution 1325 fordert die Heinrich-Böll-Stiftung von der Bundesregierung einen Nationalen Aktionsplan.

„Obwohl 1325 häufig als Frauen-Resolution bezeichnet wird, geht es nicht darum, dass Frauen aus Gründen politischer Korrektheit einbezogen werden. Frauen sind nicht die besseren oder friedlicheren Menschen. Aber sie haben aufgrund ihrer sozial zugewiesenen Rollen eine größere Distanz zu Militär, Krieg, Macht und Gewalt. Frauen zu unterstützen bedeutet, Friedensprozesse nachhaltig und effektiv zu gestalten“, so Barbara Unmüßig.

Internationale Konferenz:

Anlässlich des 10. Jahrestages der UN-Resolution 1325 veranstaltet das Gunda-Werner-Institut in der Heinrich-Böll-Stiftung in Kooperation mit dem Frauensicherheitsrat und den FriedensFrauen Weltweit eine internationale Konferenz (28. bis 30. Oktober in Berlin).

Weitere Infos unter Pressekontakt:

Karoline Hutter, Pressereferentin, Heinrich-Böll-Stiftung,

T 030-285 34-202, M 0160-365 7722, E hutter@boell.de